Trennverfahren

Seit Aschenbrödel (Cinderella) ist uns bekannt, dass bei einigen Gemischen nur die Auslese per Hand funktioniert, wenn man keine kleinen Helfer zur Verfügung hat. Und die kann lange dauern.

Bestehen Stoffgemische aus Teilchen, die sich beispielsweise in Farbe oder Größe unterscheiden, so kann man diese Eigenschaften ausnutzen, um die Bestandteile zu trennen. Auch unterschiedliche Dichten oder die Siedetemperaturen von Stoffen in Gemischen können Voraussetzungen für das Funktionieren eines Trennverfahrens sein.

Hier einige Beispiele für wichtige Trennverfahren:

  • Auslesen: von Hand Teile trennen
  • Windsichten: Teilchen(Korn) werden einem Luftstrom ausgesetzt, der sie unterschiedlich weit transportiert
  • Sieben: Partikel/Körner unterhalb der Siebdichte werden „durchgelassen“
  • Absetzen lassen: (Sedimentation) unlösliche Bestandteile höhere Dichte sinken ab
  • Dekantieren: schwimmende feste oder flüssige Anteile abgießen
  • Filtrieren: unlösliche Bestandteile werden ja nach Filterklasse zurückgehalten
  • Eindampfen: flüssige Bestandteile durch Hitze verdampfen lassen, feste Bestandteile bleiben zurück
  • Destillieren: flüssige Bestandteile mit unterschiedlichen Siedetemperaturen werden verdampft und kondensiert
  • Extrahieren: ein Stoff wird durch seine Löslichkeit in einem Medium aus dem Gemisch gelöst
  • Zentrifugieren: Stoff größerer Dichte wird durch Vergrößerung der Gewichtskraft in einer Zentrifuge abgeschieden
  • Adsorbieren: anlagern von Teilchen an eine geeignete Oberfläche (Beispiel: Aktivkohle)
  • Papierchromatographie: durch die Kapillarwirkung werden gelöste Stoffe im Papier unterschiedlich weit transportiert
  • Magnettrennung: anhand der magnetischen Eigenschaft trennen
  • mehr…

Und hier noch mal wichtige Eigenschaften, die zur Trennung genutzt werden:

  • Farbe(Auslesen/optisches Sortieren)
  • Lichtbrechungsindex(optisches Sortieren)
  • Form der Partikel(Formsieben/Auslesen)
  • Größe der Partikel(Sieben/Filtern)
  • Dichte(Dekantieren/Zentrifugieren)
  • Magnetismus/Magnetisierbarkeit(Magnetascheiden)
  • elektrische Leitfähigkeit (elektrostatische Separation)
  • Siedetemperatur(Trocknen/Destillieren/Eindampfen)
  • Schmelztemperatur(Ausfrieren)
  • Sublimationspunkt(Gefriertrocknung)
  • Oberflächenkräfte(van der Waals):(Adsorbieren)
  • Lösungsverhalten/Löslichkeitsverhalten(Waschen/Auskristallisieren/Umkristallisieren)
  • Kristallisationsverhalten(Auskristallisieren/Umkristallisieren)
  • mehr…

Stoffgemische trennt man in die enthaltenen Reinstoffe und diese Reinstoffe bestehen wiederum aus den kleinsten und einfachsten Bausteinen der Natur, den Atomen, die Elemente genannt werden.

Einige Trennverfahren:

Weiß man, worin sich vermischte Stoffe unterscheiden, so kann man diesen Unterschied in den Eigenschaften ausnutzen und die Gemische in ihre Bestandteile zerlegen… trennen.

Das Windsichten:

Fotoquelle Windsichten : https://fotos.mtb-news.de/p/2181724

Das Windsichten ist eine uralte Verarbeitungsmethode für geerntetes Getreide. Damit werden die leichten Bestandteile vom Wind weggetragen und die schwereren Bestandteile fallen zu Boden und sammeln sich dort.

„Die Spreu vom Weizen trennen“

Das wird natürlich auch industriell genutzt. Im folgenden Video sieht man einen professionellen Windsichter. Er trennt Gemische von Feststoffen (Gemenge) mit unterschiedlichen Dichten. Dazu werden genau berechnete Luftströme genutzt.

Hier mal eine Anwendung aus der schweren Technik:
(Erkennst du hier den Teil mit dem Windsichter?)

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Das Eindampfen:

Liegt ein Stoff in gelöster Form vor, so kann man ihn dadurch gewinnen , dass man das Lösungsmittel, im dem er fein verteilt ist, verdampft. Dieses geht dabei verloren, wenn man es nicht technisch rückgewinnt. Im Folgenden sieht man das blaue Salz Kupfersulfat gelöst in Wasser. Überlässt man der Sonne oder einer anderen schwachen Wärmequelle oder sogar der Umgebungswärme das „Beseitigen“ des Lösungsmittels , so spricht man vom „Eindunsten“.

Das Filtern – die Filtration:

Filterpapier gibt es in vielen Filterklassen zu kaufen. So sind unsere Staubsauger mit Papierfiltern ausgestattet, die den Staub und die anderen festen Partikel sammeln, aber die Luft durchlassen. Kaffee oder Tee werden durch Filtern zubereitet. Dabei stellen wir es so an, dass die Kaffeebohnenkrümel und die Teeblätter (Kräuter, Gewürzhülsen…) nicht in das Getränk gelangen, die Farbstoffe und Aromen jedoch schon.

Filtern trennt also unlösliche Bestandteile ab einer bestimmten Größe durch Zurückhalten aus der Mischung.

Die Destillation:

Um 2 vermischte Flüssigkeiten oder einen gelösten Feststoff vom Lösungsmittel zu trennen, kann man die Destillation nutzen, wenn die beteiligten Stoffe unterschiedliche Siedepunkte besitzen. Dann siedet der Stoff mit der niedrigeren Siedetemperatur eher und kann durch Kühlung als Reinstoff kondensieren. Die nächsthöher siedende Substanz folgt.

Beispiele:

In Gemischen von Alkohol und Wasser (Wein) siedet der Alkohol schon bei 78°C und verdampft so aus der Lösung. So kann je nach Apparatur bis zu 96% reiner Alkohol gewonnen werden.

Erdöl ist ein Gemisch aus vielen hundert organischen Substanzen (Kohlenwasserstoffe) , die in flüssiger Form vorliegen. Erhitzt man Erdöl vorsichtig, so verdampfen diese Flüssigkeiten und kann man sie siedebereichsweise gewinnen. Solche Stoffe eines bestimmten Siedebereiches nennt man Fraktion.

…und nun mit einem von Wasser durchflossenen Liebigkühler.

VIDEO (Aufbau einer Apparatur)

Weitere Trennverfahren:

Das Zentrifugieren:

Wenn Filtern zu lange dauern würde…

Dekantieren:

Die Chromatographie:

Stell Dir einfach vor die Farben deiner Stifte sind aus winzigen Brocken hergestellt, dabei werden diese je nach Größe von den benutzten Flüssigkeit unterschiedlich weit transportiert. So kann man feststellen, welche anteile von Farben in einem Stift verwendet wurden, um seine Farbe zu gestalten. Und da ist jeder Stift einzigartig. Und jeder Drucker und jede Schreibmaschine auch …

Das geht auch mit sich vollsaugender Kreide…

Das Magnetscheiden:

Von den über 80 Metallen sind nur 3 magnetisch. Aber die verwenden wir sehr häufig. Und deshalb finden wir sie auch, egal wo wir suchen…

Industriell kann man das Verfahren auch einsetzen:

Übe hier die wichtigsten Begriffe zur Stofftrennung:

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Neutralisation

Hier wird Natronlauge (NaOH) in Wasser gegeben. Dazu kommt dann Salzsäure(HCl). Die Ionen verteilen sich im Wasser und beginnen sich umzulagern. Es entsteht aus den Ionen der Base \( (OH^-) \)und den Ionen der Säure\( (H^+) \)… nur Wasser.

Made with chemix.org

Die allgemeine Gleichung der Neutralisation lautet:

\( Säure + Base –> Salz + Wasser \)

Die Simulation findet man bei www.javalab.org
Hier Klicken!

Anwendung der Neutralisation:

Arbeitsblätter zur Neutralisation:

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Die Veredlung von Erdöl

Die Ölvorräte der Erde entsprechen in ihrer Zusammensetzung leider nicht dem industriell- technischen Bedarf. Wir benötigen Unmengen an Diesel- und Benzinkraftstoffe, welche in den Erdölen der Welt nur unzureichend enthalten sind. Dafür sind die Anteile an langkettigen Kohlenwasserstroffen höher als benötigt.

Video – Eine Raffinerie verstehen – von miro-ka.de

Beispiele für die Zusammensetzung von Erdölen der Welt, verglichen mit dem eigentlichen Bedarf:

Video – Notwendigkeit der Veredlung, Cracken

Die Fraktionen mit langkettigen Kohlenwasserstoffen z.B. „Schweröle“ werden:

beim „thermischen Cracken“ kurzzeitig auf 700°C bis 900°C erhitzt und so in starke Eigenschwingungen versetzt. Dabei zerbrechen die Moleküle in sehr kurzkettige Moleküle (Ethan, Propan, Butan).

beim „katalytischen Cracken“ bei 450°C über geeignete Katalysatoren wie Molybdänoxid, Wolframoxid, oder Aluminiumoxid geleitet. Die Moleküle zerbrechen in Benzin und Diesel (Hexan, Heptan, Oktan, …, Dodekan).

Beispielgleichung:

\( Hexadekan \rightarrow Oktan + Okten \)

\( C_{16} H_{34} \rightarrow C_{8} H_{18} + C_8 H_{16} \)

Video – Modellversuch „Paraffin- Cracking“
Der hier verwendete „Perlkatalysator“ enthält poröse keramische Kugeln, die an der Oberfläche Aluminiumoxid/Aluminiumsilikat enthalten.

Da Erdöl und so auch seine Fraktionen einen hohen Anteil des Verbrennungs-Störstoffes „Schwefel“ besitzen, ist eine Entschwefelung der Destillate ökologisch(1) und auch ökonomisch(2) unerlässlich. Die Grenzwerte für Schwefel in Erdölprodukten sind heute streng und zwingen so die Industrie zur Entschwefelung.

(1) Schwefel verbrennt zu Schwefeldioxid, einem Umweltgift
(2) Schutz der teuren Auto-Katalysatoren vor aggressivem Schwefel, Minderung der Rußbildung im Dieselmotor

Mit Hilfe von Wasserstoff wird hierbei an einem Katalysator der enthaltene Schwefel in Schwefelwasserstoff umgewandelt (hydriert) und der sogenannten Clausanlage zu elementarem Schwefel umgewandelt.

  1. Bildung von Schwefelwasserstoff:
    \( CH_3 – S – C_{10} H_{21} + 2 H_2 \rightarrow CH_4 +C_{10} H_{22} + H_2 S \)
  2. Umwandlung in Schwefeldioxid:
    \( 2 H_2 S + 3 O_2 \rightarrow 2 SO_2 + 2 H_2O \)
  3. Umwandlung in elementaren Schwefel:
    \( 2 H_2 S + SO_2 \rightarrow 3 S + 2 H_2O \)

Strategie 3 – verzweigte Stoffe verbrennen „besser“ – Verzweigen, cyclisieren,…

Seitdem Motoren das Kraftstoffgemisch stärker verdichten, ist es dringend notwendig, dass das Gemisch möglichst ideal zündet, also gleichmäßig im Motor verbrennt.
Dabei hat man festgestellt, dass verzweigte also isomerisierte Varianten der Kohlenwasserstoffe(KW) „zündwilliger“ als unverzweigte KW sind. Auch ringförmige KW oder aromatische Varianten der KW (Xylol, u.ä.) sind sehr zündwillig und zeigen weniger zündhemmende Effekte, die mechanische Überbeanspruchungen(„Motorklopfen“) erzeugen.

Die Zündwilligkeit eines Benzins wird als „Oktanzahl“ ausgedrückt. Dabei steht ROZ für „Research-Oktanzahl“. Die „Klopffestigkeit“ eines Motors beschreibt dafür die kontrollierte Zündfähigkeit des Benzingemisches ohne spontane Entzündung auch bei unterschiedlichen Betriebsbedingungen (Drehzahl, Temperatur, Brennraumgeometrie, Verdichtungsverhältnis, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit, Zündzeitpunkt, Ablagerungen, usw.) des Motors.

Video – Zeitlupe der Verbrennung im Motorraum

Aus kettenförmigen Kohlenwasserstoffen werden durch Wasserstoffabspaltung cyclische KW, aromatische KW(Mehrfachbindungen) und isomerisierte(verzweigte) KW.
Vollbild -Molekülbetrachtung bei molview.org

Die Abbildung zeigt Kohlenwasserstoffe mit 6 Kohlenstoffatomen im Molekül
Hexan – Cyclohexan – Aromat Benzen – Methylpentan(Isohexan)

Arbeitsblatt zum Thema

Mehr erfahren? – Broschüre „Eine Raffinerie stellt sich vor“

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