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Kunststoffe – künstliche Stoffe
Kunststoffe verstehen
Wie ihre Molekülstruktur ihre Eigenschaften bestimmt – und weshalb wir Kunststoffprodukte bewusster herstellen, verwenden und ersetzen sollten.
1 · Was sind Kunststoffe?
Kunststoffe bestehen überwiegend aus Polymeren: sehr großen Molekülen, die aus vielen miteinander verbundenen Bausteinen aufgebaut sind. Je nachdem, wie diese Ketten angeordnet und vernetzt sind, verhalten sich die Werkstoffe unterschiedlich.
2 · Drei Kunststoffarten im Vergleich
Überwiegend unvernetzte Ketten. Sie erweichen beim Erwärmen und lassen sich erneut formen.
z. B. PE, PP, PVC, PETEngmaschig vernetzt. Sie bleiben formstabil und zersetzen sich bei starker Erwärmung, statt zu schmelzen.
z. B. EP, PFWeitmaschig vernetzt. Sie lassen sich dehnen und kehren weitgehend in ihre Ausgangsform zurück.
z. B. Gummi, SBR, SilikonHinweis: Die Begriffe Thermomere, Duromere und Elaste werden hier als alternative Bezeichnungen aufgeführt. Die gebräuchlichsten Fachbegriffe sind Thermoplaste, Duroplaste und Elastomere.
3 · Kunststoff-Steckbriefe
Die Strukturformeln zeigen wiederkehrende Einheiten oder, bei vernetzten Kunststoffen, das Netzwerkprinzip.
Polyethylen PE
Struktur – vereinfacht
Lange, überwiegend unvernetzte Ketten; je nach Sorte unterschiedlich verzweigt.
Die Skizze zeigt die Vernetzung schematisch, nicht die genaue räumliche Molekülgestalt.Eigenschaften
Leicht, wasserabweisend, elektrisch isolierend, gut schmelz- und formbar.
Verwendung
Folien, Flaschen, Kanister, Kabelisolierung.
Polypropylen PP
Struktur – vereinfacht
Unvernetzte Ketten mit seitlichen CH₃-Gruppen.
Die Skizze zeigt die Vernetzung schematisch, nicht die genaue räumliche Molekülgestalt.Eigenschaften
Leicht, relativ steif, ermüdungsbeständig, häufig wärmebeständiger als PE.
Verwendung
Mehrwegboxen, Scharniere an Verpackungen, Fasern, Autoteile.
Polyvinylchlorid PVC
Struktur – vereinfacht
Unvernetzte Ketten mit Chloratomen als Seitengruppen.
Die Skizze zeigt die Vernetzung schematisch, nicht die genaue räumliche Molekülgestalt.Eigenschaften
Hart ohne Weichmacher; mit geeigneten Zusatzstoffen flexibel; schwer entflammbar.
Verwendung
Rohre, Fensterprofile, Kabelummantelungen, Bodenbeläge.
Polyethylenterephthalat PET
Struktur – vereinfacht
Lange Polyesterketten mit Estergruppen und aromatischen Ringen.
Die Skizze zeigt die Vernetzung schematisch, nicht die genaue räumliche Molekülgestalt.Eigenschaften
Fest, transparent, gut zu Fasern verarbeitbar; als Flaschenmaterial gasdicht genug für viele Getränke.
Verwendung
Getränkeflaschen, Textilfasern, Verpackungsschalen.
Epoxidharz EP
Struktur – vereinfacht
Beim Aushärten entsteht ein engmaschig vernetztes räumliches Netzwerk.
Die Skizze zeigt die Vernetzung schematisch, nicht die genaue räumliche Molekülgestalt.Eigenschaften
Hart, formstabil, haftfest; nach Aushärtung nicht erneut schmelzbar.
Verwendung
Klebstoffe, Leiterplatten, Schutzbeschichtungen, Faserverbundwerkstoffe.
Phenol-Formaldehyd-Harz PF
Struktur – vereinfacht
Aromatische Bausteine sind durch Brücken miteinander vernetzt.
Die Skizze zeigt die Vernetzung schematisch, nicht die genaue räumliche Molekülgestalt.Eigenschaften
Hart, hitzebeständig, elektrisch isolierend, eher spröde.
Verwendung
Schaltergehäuse, hitzebelastete Griffe, technische Formteile.
Naturkautschuk NR
Struktur – vereinfacht
Lange Polyisoprenketten; nach Vulkanisation wenige Schwefelbrücken.
Die Skizze zeigt die Vernetzung schematisch, nicht die genaue räumliche Molekülgestalt.Eigenschaften
Sehr elastisch, dehnbar und rückstellfähig; empfindlich gegenüber Ozon und manchen Ölen.
Verwendung
Gummibänder, Handschuhe, Schwingungsdämpfer, Reifenmischungen.
Styrol-Butadien-Kautschuk SBR
Struktur – vereinfacht
Copolymerketten; durch Vulkanisation locker vernetzt.
Die Skizze zeigt die Vernetzung schematisch, nicht die genaue räumliche Molekülgestalt.Eigenschaften
Abriebfest, elastisch; Eigenschaften abhängig von Rezeptur und Füllstoffen.
Verwendung
Autoreifen, Schuhsohlen, Förderbänder.
Silikonkautschuk SI
Struktur – vereinfacht
Silicium-Sauerstoff-Ketten mit organischen Seitengruppen, elastisch vernetzt.
Die Skizze zeigt die Vernetzung schematisch, nicht die genaue räumliche Molekülgestalt.Eigenschaften
Elastisch über großen Temperaturbereich, wasserabweisend, alterungsbeständig.
Verwendung
Dichtungen, Backformen, Schläuche, medizinische Bauteile.
4 · Warum müssen wir den Kunststoffeinsatz überdenken?
Kunststoffe sind wertvolle Werkstoffe: leicht, vielseitig und oft langlebig. Gerade ihre lange Haltbarkeit wird aber zum Problem, wenn Produkte achtlos weggeworfen werden. Kunststoffabfälle können in Gewässer und Böden gelangen, zu Mikroplastik zerfallen und Tiere sowie Ökosysteme belasten. Hinzu kommen Rohstoffverbrauch, Treibhausgasemissionen und Probleme durch Zusatzstoffe oder schwer trennbare Materialmischungen.
5 · Was können wir stattdessen tun?
Unnötige Einwegverpackungen weglassen; Produkte ohne zusätzliche Umhüllung wählen.
Nachfüllbare Flaschen, robuste Mehrwegbehälter und reparierbare Gegenstände nutzen.
Wo sinnvoll: Glas, Metall, Papier, Holz oder textile Naturfasern einsetzen. Auch diese Alternativen haben Umweltwirkungen.
Sortenreine Kunststoffe getrennt sammeln; Produkte so konstruieren, dass sie gut zerlegt und recycelt werden können.
6 · Zwei Strategien im Vergleich: Erdölkunststoffe und Biokunststoffe
Achtung: „Biobasiert“ bedeutet, dass Rohstoffe ganz oder teilweise aus Biomasse stammen. „Biologisch abbaubar“ beschreibt dagegen den möglichen Abbau unter bestimmten Bedingungen. Das ist nicht dasselbe. Auch ein biobasierter Kunststoff kann dauerhaft bestehen bleiben; ein biologisch abbaubarer Kunststoff kann aus fossilen Rohstoffen hergestellt sein.
⛽ Kunststoffe aus Erdöl und Erdgas
Vorteile- Bewährte Herstellung und breite Verfügbarkeit
- Viele gut erforschte Eigenschaften
- Oft kostengünstig und technisch leistungsfähig
- Für einige Sorten bestehende Recyclingwege
- Verbrauch endlicher fossiler Rohstoffe
- Emissionen bei Gewinnung und Herstellung
- Abfall- und Mikroplastikprobleme bei unsachgemäßem Umgang
🌿 Biokunststoffe
Vorteile- Teilweise oder vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen
- Können fossile Rohstoffe ersetzen
- Manche Sorten sind unter definierten Bedingungen biologisch abbaubar
- Einige, etwa Bio-PE, passen zu etablierten Recyclingströmen
- Anbau kann Flächen, Wasser und Dünger beanspruchen
- Nicht automatisch klimafreundlicher
- Nicht automatisch biologisch abbaubar oder heimkompostierbar
- Manche Sorten erschweren bestehende Recyclingprozesse
7 · Beispiele für Alternativen
Polyethylen aus biobasiertem Ethanol, z. B. aus Zuckerrohr. Chemisch wie herkömmliches PE und nicht automatisch biologisch abbaubar.
Biobasierter Polyester, z. B. für bestimmte Verpackungen. Abbau gelingt in der Regel nur unter geeigneten industriellen Bedingungen; nicht einfach in der Natur.
Nachwachsende Materialien für geeignete Verpackungen. Wasser- und Fettbeständigkeit sowie Beschichtungen müssen berücksichtigt werden.
Ein langlebiger Behälter kann viele Einwegprodukte ersetzen – vorausgesetzt, er wird tatsächlich oft genutzt.
8 · Überprüfe dein Wissen
1. Warum kann man PE durch Erwärmen neu formen, ausgehärtetes Epoxidharz aber nicht?
PE besitzt überwiegend unvernetzte Ketten, die gegeneinander beweglich werden. Epoxidharz bildet ein engmaschiges Netzwerk, das nicht schmilzt.
2. Welche Kunststoffart eignet sich für eine elastische Dichtung? Begründe.
Ein Elastomer, beispielsweise Silikonkautschuk: Weitmaschige Vernetzung ermöglicht Dehnung und Rückstellung.
3. Ist eine Verpackung aus Biokunststoff automatisch umweltfreundlich und kompostierbar?
Nein. Rohstoffanbau, Herstellung, Nutzungsdauer und Entsorgung müssen betrachtet werden. Biobasiert bedeutet nicht biologisch abbaubar.
4. Nenne zwei Maßnahmen, die Kunststoffabfall verringern.
Zum Beispiel unnötige Verpackungen vermeiden und langlebige Mehrwegprodukte nutzen.
9 · Bilder und weiterführende Medien
Die Steckbriefe enthalten direkte Links zu Fotosammlungen auf Wikimedia Commons. Ergänzend:
📷 Fotosammlung: Kunststoffe und Kunststoffprodukte · ♻️ Bilder zum Kunststoffrecycling
Die Beispiele sind didaktisch vereinfacht; konkrete Materialeigenschaften hängen auch von Zusätzen und Verarbeitung ab.
Metalle – Mitglieder einer Stoffgruppe
Metalle entdecken
Acht kurze Steckbriefe: Woher kommen ihre Namen? Wie verhalten sie sich? Und wofür brauchen wir sie?
Was ist typisch für Metalle?
Viele Metalle besitzen metallischen Glanz, leiten elektrischen Strom und Wärme gut und lassen sich verformen. Ihre chemische Reaktivität ist jedoch sehr unterschiedlich: Gold ist wenig reaktiv, Magnesium reagiert deutlich leichter.
So liest du die Steckbriefe
Physikalische Eigenschaften kann man beobachten oder messen, ohne den Stoff chemisch zu verändern.
Chemische Eigenschaften beschreiben, wie ein Stoff mit anderen Stoffen reagiert.
Die Fotos werden online von Wikimedia Commons geladen. Ohne Internet erscheinen selbst gezeichnete Metallsymbole.
FeFoto: pixabayEisen
Elementsymbol Fe · Schwermetall
Das deutsche Wort „Eisen“ ist sehr alt. Das Symbol Fe stammt vom lateinischen Namen ferrum.
Silbergrau, magnetisierbar, gut verformbar; Dichte ca. 7,9 g/cm³; Schmelzpunkt ca. 1538 °C.
Reagiert mit Sauerstoff und Feuchtigkeit: Es kann rosten. Beim Erhitzen reagiert es mit Schwefel zu Eisensulfid.
CuFoto: Wikimedia CommonsKupfer
Elementsymbol Cu · Schwermetall
Vom lateinischen cuprum, abgeleitet von aes cyprium („Erz aus Zypern“).
Rötlich glänzend, sehr guter elektrischer und thermischer Leiter; Dichte ca. 9,0 g/cm³.
Reagiert an Luft langsam; es bildet sich mit der Zeit eine grünliche Patina. Mit verdünnter Salzsäure reagiert Kupfer normalerweise nicht.
AlFoto: Wikimedia CommonsAluminium
Elementsymbol Al · Leichtmetall
Der Name geht auf das lateinische alumen („Alaun“) zurück.
Silbrig, leicht (Dichte ca. 2,7 g/cm³), gut verformbar und leitfähig; Schmelzpunkt ca. 660 °C.
Reagiert mit Sauerstoff. Eine dünne Aluminiumoxidschicht schützt die Oberfläche vor weiterer Korrosion.
MgFoto: Wikimedia CommonsMagnesium
Elementsymbol Mg · Leichtmetall
Benannt nach der griechischen Landschaft Magnesia.
Silberweißes Leichtmetall; Dichte ca. 1,7 g/cm³.
Brennt nach dem Entzünden mit sehr hellem weißem Licht zu Magnesiumoxid. Reagiert mit verdünnten Säuren unter Wasserstoffbildung.
ZnFoto: Wikimedia CommonsZink
Elementsymbol Zn · Schwermetall
Die genaue Herkunft des deutschen Wortes „Zink“ ist nicht sicher; vermutlich hängt es mit „Zinke“ (Spitze/Zacke) zusammen.
Bläulich-silbrig; Dichte ca. 7,1 g/cm³; Schmelzpunkt ca. 420 °C.
Bildet an Luft eine schützende Oberflächenschicht; reagiert mit verdünnter Salzsäure unter Bildung von Wasserstoff.
AgFoto: Wikimedia CommonsSilber
Elementsymbol Ag · Edelmetall
Das Symbol Ag stammt von lateinisch argentum („Silber“).
Silberweiß, glänzend, sehr gut verformbar; beste elektrische Leitfähigkeit aller Metalle.
Relativ edel; läuft durch Reaktion mit schwefelhaltigen Stoffen dunkel an (Silbersulfid).
AuFoto: pixabayGold
Elementsymbol Au · Edelmetall
Das deutsche Wort „Gold“ ist altgermanisch; Au stammt von lateinisch aurum.
Goldgelb, sehr gut verformbar; hohe Dichte von ca. 19,3 g/cm³.
Sehr reaktionsträge; oxidiert an Luft praktisch nicht. Wird von Königswasser angegriffen.
TiFoto: Wikimedia CommonsTitan
Elementsymbol Ti · Leichtmetall
Benannt nach den Titanen der griechischen Mythologie.
Silbergrau, fest und bei geringer Dichte (ca. 4,5 g/cm³) sehr belastbar; korrosionsbeständig.
Bildet eine schützende Oxidschicht; reagiert bei hohen Temperaturen mit Sauerstoff.
Merke: Edelmetall oder unedles Metall?
Unedle Metalle geben vergleichsweise leicht Elektronen ab und reagieren häufig mit Säuren unter Bildung von Wasserstoff (z. B. Magnesium oder Zink mit verdünnter Salzsäure). Edle Metalle wie Gold reagieren deutlich schwerer. „Edel“ bedeutet nicht, dass ein Metall unter allen Bedingungen völlig reaktionsträge ist.
Wichtig: Metalle und Metallsalze können gesundheitsschädlich sein. Versuche mit Metallen, Säuren und Flammen gehören in den beaufsichtigten Chemieunterricht.
🔎 Prüfe dein Wissen
1. Welches Metall ist besonders leicht und wird im Flugzeugbau verwendet?
Aluminium. Es hat eine geringe Dichte von etwa 2,7 g/cm³.
2. Warum wird Kupfer für Stromleitungen eingesetzt?
Weil Kupfer elektrischen Strom sehr gut leitet und sich zu Drähten ziehen lässt.
3. Was schützt Aluminium trotz seiner Reaktionsfreudigkeit vor weiterer Korrosion?
Eine dünne, fest haftende Schicht aus Aluminiumoxid.
4. Welches der vorgestellten Metalle ist bei Raumtemperatur flüssig?
Keines. Alle acht vorgestellten Metalle sind bei 20 °C fest.
Herstellung von Schwefelsäure
Vom Schwefel zur Schwefelsäure
Wie wird aus gelbem Schwefel eine der wichtigsten Grundchemikalien der Industrie? Wir verfolgen den Weg durch das Kontaktverfahren – mit einer entscheidenden katalytischen Oxidation.
Schwefel SSchwefeldioxid SO₂Schwefeltrioxid SO₃Schwefelsäure H₂SO₄🔍 Auf einen Blick
🏭 Prozessfließbild: Das Kontaktverfahren
Folge den Stoffströmen von links nach rechts. Die Zeichnungen zeigen die wichtigsten Anlagen vereinfacht.
Schwefel verbrennen
Eingang: Schwefel + trockene Luft
Ausgang: Schwefeldioxid
➜Katalytisch oxidieren
Eingang: SO₂ + O₂
Bedingungen: ca. 450 °C, V₂O₅-Katalysator
➜Schwefeltrioxid aufnehmen
Eingang: SO₃ + konzentrierte H₂SO₄
Ausgang: Oleum (vereinfachtes Reaktionsmodell)
➜Kontrolliert verdünnen
Eingang: Oleum + Wasser
Produkt: Schwefelsäure
⚗️ Die Reaktionen verstehen
💡 Was macht der Katalysator?
Im Kontaktreaktor strömen Schwefeldioxid und Sauerstoff über einen festen Katalysator, der Vanadiumverbindungen enthält. Er beschleunigt die Reaktion, ohne dabei dauerhaft verbraucht zu werden.
Die Temperatur von ungefähr 450 °C ist ein Kompromiss: Die Reaktion soll schnell genug ablaufen und gleichzeitig viel SO₃ entstehen.
Oxidation bedeutet hier: Aufnahme von Sauerstoff.
🌍 Wozu braucht man Schwefelsäure?
🖼️ Externe Medien zum Weiterforschen
Die folgenden Bildsammlungen und Informationsseiten öffnen sich online. Die Prozesszeichnung oben ist dagegen direkt in dieser HTML-Datei enthalten und funktioniert auch offline.
🧠 Mini-Wissenstest
Cellulose – ein Polysaccharid
Cellulose
Der Baustoff der Pflanzen – und ein Stoff, dem du täglich begegnest: in Holz, Papier und Baumwolle.
Was ist das?
Cellulose ist ein natürlicher Stoff aus der Gruppe der Kohlenhydrate. Sie bildet einen großen Teil der Zellwände von Pflanzen und verleiht ihnen Festigkeit.
Holz enthält viel Cellulose. Baumwollfasern bestehen sogar überwiegend daraus.
Eine lange Kette aus Zucker
Viele Glucosebausteine sind durch β-1,4-glycosidische Bindungen zu langen, unverzweigten Ketten verknüpft.
Die langen Ketten lagern sich zu stabilen Fasern zusammen. Das macht pflanzliche Zellwände belastbar.
So sieht die Molekülstruktur aus
Jeder Ring steht für einen Zuckerbaustein. Das kleine n in der Formel zeigt: Die Einheit wiederholt sich sehr oft.
Baumwolle ganz nah

Die langen Fasern lassen sich zu Garn verspinnen. Daraus entstehen zum Beispiel T-Shirts, Handtücher und Jeans.
Was kann Cellulose?
💧 Wasser
Cellulose löst sich nicht in Wasser, kann aber Wasser aufnehmen und dabei quellen.
🧵 Festigkeit
Viele nebeneinanderliegende Ketten bilden reißfeste Fasern.
🔥 Erhitzen
Bei starker Hitze zersetzt sich Cellulose. Papier und Baumwolle sind brennbar.
Wo steckt Cellulose drin?
Holz
Cellulose ist zusammen mit Lignin und weiteren Stoffen Bestandteil von Holz.
Papier & Karton
Papier wird überwiegend aus cellulosehaltigen Pflanzenfasern hergestellt.
Baumwolle
Baumwollfasern sind besonders cellulosereich und werden zu Textilien verarbeitet.
Gemüse
Cellulose ist Bestandteil pflanzlicher Ballaststoffe.
Verpackungen
Wellpappe, Papiertüten und viele Verpackungen enthalten Cellulosefasern.
Schwämme
Einige Schwämme werden aus regenerierter Cellulose hergestellt.
Warum können wir sie nicht verdauen?
Der menschliche Körper besitzt kein Enzym Cellulase, das die β-1,4-Bindungen der Cellulose spalten kann. Darum liefert sie uns praktisch keine direkt verwertbare Glucose.
Als Ballaststoff unterstützt Cellulose die Darmtätigkeit. Einige Tiere, etwa Rinder, können Cellulose mithilfe von Mikroorganismen verwerten.
Cellulose oder Stärke?
Beide bestehen aus Glucosebausteinen. Der entscheidende Unterschied liegt in deren Verknüpfung.
Cellulose: dient Pflanzen als Baustoff; Menschen können sie nicht mit eigenen Enzymen abbauen.
Prüfe dein Wissen!
Wähle jeweils die richtige Antwort.
Bildquellen & Weiterlernen
Die beiden externen Medien werden beim Öffnen der Datei aus dem Internet geladen. Für die Nutzung ohne Internetverbindung müssten die Bilder lokal gespeichert und die Bildpfade angepasst werden.
Strukturformel – Wikimedia Commons · Mikroskopbild – Wikimedia Commons · Vertiefung: Cellulose
