Schlagwort: Stahl
Legierungen
…sind Gemische aus 2 oder mehreren Elementen, von denen mindestens eines ein Metall ist.
Arbeitsblatt Legierungen
Bronze

Die wohl erste bewusst hergestellte und eingesetzte Legierung war Bronze, ein Gemisch aus Kupfer und Zinn.
Bronze ist härter als die beiden Einzelmetalle und kann je nach Kupferanteil von rotbraun bis rotsilbrig gefärbt sein. Damit eröffnete sich die Möglichkeit Schnittwerkzeuge, Alltagsgegenstände und Schmuck von großer Schönheit und Beständigkeit herzustellen.
Die Hochzeit der Benutzung dieser Legierung liegt mehr als 3000 Jahre zurück. Sie wurde die Bronzezeit genannt. In Mitteleuropa war das 2200 Jahre bis 800 vor dem Beginn unserer Zeitrechnung .

Gelangt kein Wasser an die Bronze, so überzieht eine dünne Schicht aus farblosem bis schwarzem Rost die gesamte Figur.
Wasser jedoch sorgt für die Bildung von weiteren nicht farblosen Substanzen und die bilden eine farbige Schicht (Patina) aus.
Messing – (Steckbrief im Video)
Kupfer färbt auch diese Legierung so charakteristisch. Hier sind goldfarbene Materialen gefragt und beliebt. Allerdings nicht immer bei Leuten, die es ehrlich mit uns meinen. So findet man immer wieder Schmuckstücke, die als „Gold“ angepriesen werden. Dieser Effekt ist jedoch nicht von Dauer und so färbt sich das gute Stück schon nach wenigen Wochen oder Monaten schwarz. Es rostet. Und das tut Gold nicht!
Messing ist eine meist goldfarbene Legierung aus Kupfer und Zink.



Wer mehr wissen will… Video – Begriffserweiterung
Eisenlegierungen – Stahl
Die ersten Eisenlegierung – so zeigen die frühesten Funde- enthielten immer wieder Nickel als 2. Komponente. So kann davon ausgegangen werden, dass die Menschen diesen metallischen Werkstoff an der Erdoberfläche fanden und formten. Die Sumerer – ein frühes Handelsvolk aus dem Mittelmeerraum- nannten das Eisen das „Himmelsmetall“.
Erst die selbst gewonnenen Eisenlegierungen sind Stähle, da sie durch die Verwendung von mit Kohle und Holz betriebenen Öfen das Element Kohlenstoff in das Eisen einschleusten. Eine Legierung aus zumindest Eisen und Kohlenstoff heißt Stahl.
Über die Stahlherstellung erfahren wir an anderer Stelle mehr … Hier!
Eine Liste von Legierung findest du bei:
https://www.chemie-schule.de/KnowHow/Liste_der_Legierungen
(entspricht der Wikipedia -Liste)
Stahl (interaktiv)
liveworksheets.com
Roheisen und Stahl (Wiederholung)
Vom Eisenerz zum Stahl:
liveworksheets.com
Stahl – eine Eisenlegierung
Inzwischen zählen wir mehr als 5000 Legierungen mit dem Namen Stahl.
Stahl ist eine eisenhaltige Legierung, die maximal 2% Kohlenstoff enthält. Der Gehalt an Schwefel oder Mangan variiert ebenso wie der Phosphorgehalt und die Anteile an weiteren eigenschaftsbeeinflussenden Metallen und Nichtmetallen. Stoffe, die den Stahl in seinen Eigenschaften verschlechtern, nennt man Störstoffe. Eigenschaftsverbessernd sind vor allem die Legierungsmetalle wie Chrom, Nickel, Vanadium, Titan, Aluminium und einige mehr.
Stahl wird direkt im Anschluss an den Hochofenprozess in benachbarten Stahlfabriken hergestellt. Dazu wird das Roheisen aus dem Hochofen in offenen Pfannen in das Stahlwerk transportiert und dort in einem ersten Schritt von seinen Störstoffen befreit, danach im 2. Schritt mit den eigenschaftsverbessernden Stoffen legiert.
Stahlherstellung – die Anfänge

Die Herstellung von Stahl begann bereits in der Antike. Zunächst gewannen die Menschen Eisen in kleinen Rennöfen, in denen Eisenerz mit Holzkohle erhitzt wurde. Dabei entstand kein flüssiges Eisen, sondern eine zähe Eisenmasse, die noch viele Schlackenreste enthielt. Durch wiederholtes Erhitzen und Hämmern wurden diese Verunreinigungen entfernt und das Eisen fester und belastbarer.
Schon früh (1742) entwickelte B. Huntsman das Gussstahlverfahren. Dabei wurde schmiedbares Eisen zusammen mit Holzkohle über lange Zeit (tagelang) in verschlossenen Tiegeln erhitzt. Der Kohlenstoff drang in das Eisen ein und verwandelte es in hochwertigen Stahl. Dieser zeichnete sich durch große Härte und gute Bearbeitbarkeit aus und wurde beispielsweise für Werkzeuge und Waffen verwendet.
Mit Beginn der Industrialisierung stieg der Bedarf an Stahl stark an. Eine wichtige Rolle spielte nun das Pudeln. In einem Puddelofen wurde flüssiges Roheisen ständig von Hand durchmischt. Dabei verbrannten überschüssiger Kohlenstoff und andere Begleitstoffe durch den Sauerstoff der Ofenluft. Es entstand schmiedbares Pudeleisen, das sich hervorragend für Brücken, Schiffe und Eisenbahnstrecken eignete.
Ein berühmtes Bauwerk aus Pudeleisen ist der Eiffelturm in Paris. Er wurde 1889 fertiggestellt und zeigt eindrucksvoll, welche großen und stabilen Konstruktionen mit diesem Werkstoff möglich waren. Erst später wurden das Puddelverfahren und andere ältere Verfahren durch moderne Sauerstoff-Konverter zur wirtschaftlichen Stahlerzeugung ersetzt. Die Blas-Verfahren übernahmen die Aufgabe.
Die Blas-Verfahren (Frischen) im historischen Vergleich

| Merkmal | Bessemer-Verfahren | Thomas-Verfahren | Linz-Donawitz-Verfahren (LD) | KMS-Verfahren |
|---|
| Einführung | 1856 | 1878 | 1952 | ab ca. 1980er Jahre |
| Blasmedium | Luft | Luft | Reiner Sauerstoff | Reiner Sauerstoff + Inertgas (Argon oder Stickstoff) |
| Einblasrichtung | von unten | von unten | von oben (Sauerstofflanze) | von oben und unten |
| Konverterauskleidung | sauer | basisch | basisch | basisch |
| Geeignetes Roheisen | phosphorarm | phosphorreich | nahezu alle Roheisensorten | nahezu alle Roheisensorten |
| Entfernung von Kohlenstoff | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Entfernung von Phosphor | Nein | Ja | Ja | Ja (besonders wirksam) |
| Durchmischung der Schmelze | gering | gering | gut | sehr intensiv |
| Stahlqualität | gut | besser als Bessemer | sehr hoch | sehr hoch und besonders homogen |
| Heute verwendet? | Nein | Nein | Ja | Ja (moderne Weiterentwicklung) |
Die Chemie der Stahlherstellung
liveworksheets.com
Moderne Bestrebungen
Der starke CO2-Ausstoß durch die kohlenstoffbasierte Reduktion von Eisenerzen ist eine starke Klima-Belastung. Daher ist es nur vernünftig, Bestrebungen zu folgen, die Verwendung klassischer Hochofen abzulösen und Kohlenstoff durch Wasserstoff als Reduktionsmittel zu ersetzen (Wasserstoff-Direktreduktion „H-DR“). Wasserstoff reagiert dabei im Prozess mit dem Eisenoxid zu Wasserdampf und Eisen.
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Salzgitter – AG – Anlage zur Direktreduktion
Medien und Arbeitsmaterial
Stahl wird zum großen Teil aus Roheisen gewonnen- aber nicht ausschließlich…
Eine ausführlichere Variante…
Variante 2
Stahl aus Schrott, auch das geht…Der Elektrostahlofen
Einen guten Überblick über die Stahlsorten und ihre Benennung liefert LINK.
Übersicht – Wirkung von Legierungselementen Quelle: https://www.stauberstahl.com/stahllegierungen/
Downloadlink von Stauberstahl: PDF
| Aluminium | – erhöht Desoxidation – erhöht Ferritstabilisierung | – vermindert Alterungsanfälligkeit | ||||
| Berylium | – erhöht Desoxidation | – verringert Zähigkeit | ||||
| Bor | – erhöht Streckgrenze – erhöht Festigkeit – erhöht Sprödigkeit – erhöht Warmfestigkeit | – veringert Korrosionsbeständigkeit – verringert Schmiedbarkeit | – verhindert die Bildung von Perlit- und Ferritstrukturen im Material und verbessert dadurch Härtbarkeit und Festigkeit | |||
| Cerium | – erhöht Desoxidation | |||||
| Chrom | – erhöht Abkühlungsgeschwindigkeit – erhöht Verschleißfestigkeit – erhöht Warmfestigkeit – erhöht Zugfestigkeit – erhöht Härte | – verringert Kerbschlagarbeit – verringert Schweißbarkeit – veringert Wärmeleitfähigkeit – verringert elektrische Leitfähigkeit | – typ. in Kombination mit Nickel – verbessert in hoher Konzentration die Korrosionsbeständigkeit (ab 12%) | |||
| Kohlenstoff | – senkt den den Schmelzpunkt – erhöht Härte – erhöht Festigkeit – erhöht Zugfestigkeit – erhöht Sprödigkeit | – verringert Schmiedbarkeit – verringert Kerbschlagarbeit – verringert Schweißbarkeit – verringert Bruchdehnung – verringer Duktilität | – verbessert mechanische Eigenschaften | |||
| Kobalt | – erhöht Härte – erhöht Warmfestigkeit | |||||
| Kupfer | – erhöht Korrosionsbeständigkeit – erhöht Festigkeit – erhöht Härtbarkeit | – verringert Bruchdehnung – verringert Duktilität | – Kupfer verbessert auch thermische und elektrische Leitfähigkeit | |||
| Mangan | – erhöht Schweißbarkeit – erhöht Festigkeit – erhöht Zähigkeit – erhöht Verschleißwiderstand – erhöht Warmfestigkeit – erhöht Zugfestigkeit – erhöht Schmiedbarkeit – erhöht Schweißbarkeit – erhöht Ferritstabilisierung | – verringert Duktilität – verringert Zerspanbarkeit | – typ. in Kombination mit Phosphor und Schwefel verwendet – Mangan reagiert mit Schwefel (lässt Mangansulfide entstehen, die für kurzbrechende Späne sorgen) – verbessert Härtbarkeit, überschüssiger Sauerstoff kann in geschmolzenem Stahl mit Mangan entfernt werden – verbessert mechanische Eigenschaften | |||
| Molybdän | – erhöht Härtbarkeit – erhöht Zugfestigkeit – erhöht Schweißbarkeit – erhöht Dehnbarkeit – erhöht Warmfestigkeit | – verringert Schmiedbarkeit (bei hoher Konzentration) | – typ. in Kombination mit Chrom und Nickel – verstärkt Wirkung anderer Legierungselemente – verbindet sich mit Kohlenstoff und erhöht dadurch die Härte durch Bildung von Karbiden | |||
| Nickel | – erhöht Zugfestigkeit – erhöht Härte – erhöht Festigkeit – erhöht Streckgrenze – erhöht Ferritstabilisierung | – verringert Wärmedehnung | – typ. in Kombination mit Chrom – typ. in Kombination mit Molybdän – verbessert ab einer Konzentration von 8% Korrosionsbeständigkeit | |||
| Phosphor | – erhöht Zugfestigkeit (in Baustählen) – erhöht Härte – erhöht Korrosionsbeständigkeit – erhöht Versprödung | – verringert Schweißbarkeit – verringert Kerbschlagarbeit – verringert Duktilität | ||||
| Schwefel | – erhöht Zerspanbarkeit – erhöht Sprödigkeit | – verringert Kerbschlagarbeit – verringert Polierbarkeit – verringert Verformbarkeit – verringert Zähigkeit | – typ. in Kombination mit Mangan zur Reduzierung der Heißbruchgefahr | |||
| Silizium | – erhöht Festigkeit – erhöht Härte – erhöht Zugfestigkeit | – verringert Bruchdehnung – verringert Schweißbarkeit – verringert Zerspanbarkeit | – verbessert magnetische Eigenschaften | |||
| Stickstoff | – erhöht Festigkeit – erhöht Versprödung | – verringert Korrosionsbeständigkeit | – wirkt stabilisierend auf Austenitgefüge – verbessert mechanische Eigenschaften bei erhöhter Temperatur | |||
| Titan | – erhöht Korrosionsbeständigkeit – erhöht Desoxidation | – stabilisierendes Element in Edelstahl – bindet Kohlenstoff und verbessert dadurch Korrosionsbeständigkeit und Schweißbarkeit | ||||
| Vanadium | – erhöht Zugfestigkeit – erhöht Härte – erhöht Warmfestigkeit – erhöht Zähigkeit | |||||
| Wolfram | – erhöht Zugfestigkeit – erhöht Härte – erhöht Warmfestigkeit | – verringert Zerspanbarkeit | – verbessert Formbarkeit bei hohen Temperaturen und wird daher oft in Werkzeugstahl oder Schnellarbeitsstahl verwendet |
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