Roheisen und Stahl (Wiederholung)
Vom Eisenerz zum Stahl:
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Vom Eisenerz zum Stahl:
Inzwischen zählen wir mehr als 5000 Legierungen mit dem Namen Stahl.
Stahl ist eine eisenhaltige Legierung, die maximal 2% Kohlenstoff enthält. Der Gehalt an Schwefel oder Mangan variiert ebenso wie der Phosphorgehalt und die Anteile an weiteren eigenschaftsbeeinflussenden Metallen und Nichtmetallen. Stoffe, die den Stahl in seinen Eigenschaften verschlechtern, nennt man Störstoffe. Eigenschaftsverbessernd sind vor allem die Legierungsmetalle wie Chrom, Nickel, Vanadium, Titan, Aluminium und einige mehr.
Stahl wird direkt im Anschluss an den Hochofenprozess in benachbarten Stahlfabriken hergestellt. Dazu wird das Roheisen aus dem Hochofen in offenen Pfannen in das Stahlwerk transportiert und dort in einem ersten Schritt von seinen Störstoffen befreit, danach im 2. Schritt mit den eigenschaftsverbessernden Stoffen legiert.

Die Herstellung von Stahl begann bereits in der Antike. Zunächst gewannen die Menschen Eisen in kleinen Rennöfen, in denen Eisenerz mit Holzkohle erhitzt wurde. Dabei entstand kein flüssiges Eisen, sondern eine zähe Eisenmasse, die noch viele Schlackenreste enthielt. Durch wiederholtes Erhitzen und Hämmern wurden diese Verunreinigungen entfernt und das Eisen fester und belastbarer.
Schon früh (1742) entwickelte B. Huntsman das Gussstahlverfahren. Dabei wurde schmiedbares Eisen zusammen mit Holzkohle über lange Zeit (tagelang) in verschlossenen Tiegeln erhitzt. Der Kohlenstoff drang in das Eisen ein und verwandelte es in hochwertigen Stahl. Dieser zeichnete sich durch große Härte und gute Bearbeitbarkeit aus und wurde beispielsweise für Werkzeuge und Waffen verwendet.
Mit Beginn der Industrialisierung stieg der Bedarf an Stahl stark an. Eine wichtige Rolle spielte nun das Pudeln. In einem Puddelofen wurde flüssiges Roheisen ständig von Hand durchmischt. Dabei verbrannten überschüssiger Kohlenstoff und andere Begleitstoffe durch den Sauerstoff der Ofenluft. Es entstand schmiedbares Pudeleisen, das sich hervorragend für Brücken, Schiffe und Eisenbahnstrecken eignete.
Ein berühmtes Bauwerk aus Pudeleisen ist der Eiffelturm in Paris. Er wurde 1889 fertiggestellt und zeigt eindrucksvoll, welche großen und stabilen Konstruktionen mit diesem Werkstoff möglich waren. Erst später wurden das Puddelverfahren und andere ältere Verfahren durch moderne Sauerstoff-Konverter zur wirtschaftlichen Stahlerzeugung ersetzt. Die Blas-Verfahren übernahmen die Aufgabe.

| Merkmal | Bessemer-Verfahren | Thomas-Verfahren | Linz-Donawitz-Verfahren (LD) | KMS-Verfahren |
|---|
| Einführung | 1856 | 1878 | 1952 | ab ca. 1980er Jahre |
| Blasmedium | Luft | Luft | Reiner Sauerstoff | Reiner Sauerstoff + Inertgas (Argon oder Stickstoff) |
| Einblasrichtung | von unten | von unten | von oben (Sauerstofflanze) | von oben und unten |
| Konverterauskleidung | sauer | basisch | basisch | basisch |
| Geeignetes Roheisen | phosphorarm | phosphorreich | nahezu alle Roheisensorten | nahezu alle Roheisensorten |
| Entfernung von Kohlenstoff | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Entfernung von Phosphor | Nein | Ja | Ja | Ja (besonders wirksam) |
| Durchmischung der Schmelze | gering | gering | gut | sehr intensiv |
| Stahlqualität | gut | besser als Bessemer | sehr hoch | sehr hoch und besonders homogen |
| Heute verwendet? | Nein | Nein | Ja | Ja (moderne Weiterentwicklung) |
Der starke CO2-Ausstoß durch die kohlenstoffbasierte Reduktion von Eisenerzen ist eine starke Klima-Belastung. Daher ist es nur vernünftig, Bestrebungen zu folgen, die Verwendung klassischer Hochofen abzulösen und Kohlenstoff durch Wasserstoff als Reduktionsmittel zu ersetzen (Wasserstoff-Direktreduktion „H-DR“). Wasserstoff reagiert dabei im Prozess mit dem Eisenoxid zu Wasserdampf und Eisen.
Variante 2
Stahl aus Schrott, auch das geht…Der Elektrostahlofen
Einen guten Überblick über die Stahlsorten und ihre Benennung liefert LINK.
Downloadlink von Stauberstahl: PDF
| Aluminium | – erhöht Desoxidation – erhöht Ferritstabilisierung | – vermindert Alterungsanfälligkeit | ||||
| Berylium | – erhöht Desoxidation | – verringert Zähigkeit | ||||
| Bor | – erhöht Streckgrenze – erhöht Festigkeit – erhöht Sprödigkeit – erhöht Warmfestigkeit | – veringert Korrosionsbeständigkeit – verringert Schmiedbarkeit | – verhindert die Bildung von Perlit- und Ferritstrukturen im Material und verbessert dadurch Härtbarkeit und Festigkeit | |||
| Cerium | – erhöht Desoxidation | |||||
| Chrom | – erhöht Abkühlungsgeschwindigkeit – erhöht Verschleißfestigkeit – erhöht Warmfestigkeit – erhöht Zugfestigkeit – erhöht Härte | – verringert Kerbschlagarbeit – verringert Schweißbarkeit – veringert Wärmeleitfähigkeit – verringert elektrische Leitfähigkeit | – typ. in Kombination mit Nickel – verbessert in hoher Konzentration die Korrosionsbeständigkeit (ab 12%) | |||
| Kohlenstoff | – senkt den den Schmelzpunkt – erhöht Härte – erhöht Festigkeit – erhöht Zugfestigkeit – erhöht Sprödigkeit | – verringert Schmiedbarkeit – verringert Kerbschlagarbeit – verringert Schweißbarkeit – verringert Bruchdehnung – verringer Duktilität | – verbessert mechanische Eigenschaften | |||
| Kobalt | – erhöht Härte – erhöht Warmfestigkeit | |||||
| Kupfer | – erhöht Korrosionsbeständigkeit – erhöht Festigkeit – erhöht Härtbarkeit | – verringert Bruchdehnung – verringert Duktilität | – Kupfer verbessert auch thermische und elektrische Leitfähigkeit | |||
| Mangan | – erhöht Schweißbarkeit – erhöht Festigkeit – erhöht Zähigkeit – erhöht Verschleißwiderstand – erhöht Warmfestigkeit – erhöht Zugfestigkeit – erhöht Schmiedbarkeit – erhöht Schweißbarkeit – erhöht Ferritstabilisierung | – verringert Duktilität – verringert Zerspanbarkeit | – typ. in Kombination mit Phosphor und Schwefel verwendet – Mangan reagiert mit Schwefel (lässt Mangansulfide entstehen, die für kurzbrechende Späne sorgen) – verbessert Härtbarkeit, überschüssiger Sauerstoff kann in geschmolzenem Stahl mit Mangan entfernt werden – verbessert mechanische Eigenschaften | |||
| Molybdän | – erhöht Härtbarkeit – erhöht Zugfestigkeit – erhöht Schweißbarkeit – erhöht Dehnbarkeit – erhöht Warmfestigkeit | – verringert Schmiedbarkeit (bei hoher Konzentration) | – typ. in Kombination mit Chrom und Nickel – verstärkt Wirkung anderer Legierungselemente – verbindet sich mit Kohlenstoff und erhöht dadurch die Härte durch Bildung von Karbiden | |||
| Nickel | – erhöht Zugfestigkeit – erhöht Härte – erhöht Festigkeit – erhöht Streckgrenze – erhöht Ferritstabilisierung | – verringert Wärmedehnung | – typ. in Kombination mit Chrom – typ. in Kombination mit Molybdän – verbessert ab einer Konzentration von 8% Korrosionsbeständigkeit | |||
| Phosphor | – erhöht Zugfestigkeit (in Baustählen) – erhöht Härte – erhöht Korrosionsbeständigkeit – erhöht Versprödung | – verringert Schweißbarkeit – verringert Kerbschlagarbeit – verringert Duktilität | ||||
| Schwefel | – erhöht Zerspanbarkeit – erhöht Sprödigkeit | – verringert Kerbschlagarbeit – verringert Polierbarkeit – verringert Verformbarkeit – verringert Zähigkeit | – typ. in Kombination mit Mangan zur Reduzierung der Heißbruchgefahr | |||
| Silizium | – erhöht Festigkeit – erhöht Härte – erhöht Zugfestigkeit | – verringert Bruchdehnung – verringert Schweißbarkeit – verringert Zerspanbarkeit | – verbessert magnetische Eigenschaften | |||
| Stickstoff | – erhöht Festigkeit – erhöht Versprödung | – verringert Korrosionsbeständigkeit | – wirkt stabilisierend auf Austenitgefüge – verbessert mechanische Eigenschaften bei erhöhter Temperatur | |||
| Titan | – erhöht Korrosionsbeständigkeit – erhöht Desoxidation | – stabilisierendes Element in Edelstahl – bindet Kohlenstoff und verbessert dadurch Korrosionsbeständigkeit und Schweißbarkeit | ||||
| Vanadium | – erhöht Zugfestigkeit – erhöht Härte – erhöht Warmfestigkeit – erhöht Zähigkeit | |||||
| Wolfram | – erhöht Zugfestigkeit – erhöht Härte – erhöht Warmfestigkeit | – verringert Zerspanbarkeit | – verbessert Formbarkeit bei hohen Temperaturen und wird daher oft in Werkzeugstahl oder Schnellarbeitsstahl verwendet |
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Schon lange finden wir an der Erdoberfläche keine metallurgisch interessanten Erze (wie Eisenerz ) mehr in abbauwürdigen Mengen. In früher Zeit begann man deshalb in der Erde zu graben, um Rohstoffe zu finden. Älteste Grabungsspuren davon finden wir von vor über 6500 Jahren.



bauen wir seit 800 v. Chr. in den Alpen und später auch in Mitteldeutschland ab. Man löste das Eisenerz (Chalkopyrit)aus der Wand, indem man es erhitzte und dann mit Wasser abschreckte. Das Erz wurde schichtenweise in einen Rennofen gefüllt im Wechsel Holzkohle und später mit Steinkohle. Im Rennofen konnte das Brennstoff-Erz- Gemisch „durchbrennen“ es entstand im Ofenboden ein Eisenklumpen (Luppe) und flüssige Schlacke(Gesteinsreste und Abprodukte) rannen aus dem Ofen.
Mit der Erfahrung wurden die Schächte höher und die Luftzufuhr wurde über Blasebälge geregelt, es entstanden die Hochöfen die heute mit Heißwindanlagen und automatischen Beschickungssystem ausgestattet sind. Heutzutage baut man 30m – 75m hohe Öfen, die pro Tag bis zu 10.000 TonnenRoheisen liefern. Diese Öfen sind anStahlwerke benachbart gebaut, damit das spröde und damit nicht schmiedbare Roheisen sofort nach der Erzeugung mit möglichst wenig Transportweg zuStahlweiterverarbeitet/veredelt werden kann.
>>Link zu Google Maps: Hochofen Dortmund(3D)<<
Video Eisen- und Stahlerzeugung – Achtung enthält Werbung!
Material: Arbeitsblatt Schwefel
Element Nummer 16…

wird abgeleitet von langsam brennen „Sulfur“ genannt und ist dem Menschen schon seit dem Altertum bekannt. Schwefel wird schon 5000 v. Chr. erwähnt, da es als Arzneimittel (Augen), zum Bleichen von Textilien und zur Desinfektion genutzt wurde. Man findet Schwefel noch heute an der Erdoberfläche an den Austrittsöffnungen von Vulkanen und in ehemaligen vulkanischen Gebieten. Über besonders große Vorkommen verfügen Russland, Polen, Sizilien, USA, Kanada, u.a.
aus dem Erdinneren wurde bis in das Jahr 2000 das Frasch Verfahren genutzt. Dabei wurde mit einem doppelwandigen Rohr 155°C heißes Wasser in die Erde gepumpt und der dadurch gelöste Schwefel (Schmelztemperatur 119,6°C) dann im Inneren des Rohres nach oben gesaugt.
Heute wird Schwefel als Nebenprodukt aus Erdgas/Erdöl im Claus Prozess gewonnen und fällt dort so reichlich an, dass eine unterirdische Produktion unrentabel ist.
Was macht den Schwefel zum typischen Nichtmetall?
Hier ein paar Hinweise…
Schwefel besitzt keinen Glanz, ist spröde und leitet weder Strom noch Wärme.
Verbrennt man den Schwefel , so entsteht ein Gas mit typisch stechendem Geruch, das Schwefeldioxid.
Dieses Gas löst sich gut in Wasser und reagiert mit dem Lösungsmittel.
\( SO_2 + H_2O \longrightarrow H_2SO_3 \)
Wie funktioniert ein Wasserstoffauto?

Entdeckt wurde Wasserstoff vom englischen Chemiker und Physiker Henry Cavendish im Jahre 1766, als er mit Quecksilber und Säuren experimentierte. Als er die beiden Substanzen zusammenbrachte, entstanden im Gemisch kleine Gasbläschen.
Das Element (die Atomart) Wasserstoff (Symbol: H) bildet als Elementsubstanz ein geruchloses, farbloses und brennbares Gas, welches aus Molekülen mit der Formel H2 aufgebaut ist.
Wasserstoff hat eine Dichte von 0,084 g/l und ist damit das „leichteste“ Element. Bei -253°C wird es flüssig und erstarrt bei -259°C zum Feststoff. In Gemischen mit Luft oder Sauerstoff reagiert Wasserstoff explosionsartig. Dieses Gemisch nennt der Chemiker Knallgas . Bei höheren Temperaturen reagiert es mit vielen Metallen und Nichtmetallen heftig, wobei die entsprechenden Hydride gebildet werden. In Magnesiumhydrid \( (MgH_2) \) lösen sich 800 Liter Wasserstoff pro kg Hydrid. Damit wird es für die Nutzung als Energiespeicher interessant, da diese Energiedichte größer als die der gegenwärtigen Batterien ist. In Wasser ist Wasserstoff nur sehr wenig löslich. Eine besondere Eigenschaft von Wasserstoff ist, in Metalle einzudringen (diffundieren) und mit ihnen „nicht stöchiometrische Metallhydride“ zu bilden.


Die industrielle Produktion von Wasserstoff erfolgt zum großen Teil aus Erdöl, Erdgas und Biomasse. Dort wird im Dampfreforming -Verfahren der Wasserstoff gewonnen. Die Weltproduktion von Wasserstoff liegt bei ca. 350 Milliarden Tonnen pro Jahr. Wasserstoff wird für technische Hydrierungen und die verschiedensten chemischen Synthesen eingesetzt. Sein Einsatz zur Herstellung von Ammoniak hat die Hochdruckchemieindustrie begründet. Das Haber-Bosch-Verfahren zur Ammoniaksynthese wird seit 1913 betrieben.
Auch in der Metallurgie kommt der Wasserstoff zum Einsatz. Zur Gewinnung von Metallen wie Wolfram und Chrom, werden die Erze mit Wasserstoff zu den Metallen reduziert.
flog der erste bemannte mit Wasserstoff gefüllte Ballon der Welt. Charles und Nicolas Robert flogen damit am 1. Dezember 1783, also 17 Jahre nach der Entdeckung des Elements.
Bis 1937 wurde der Wasserstoff in immer größeren Projekten wie Ballons und später auch in Luftschiffen als Füllgas eingesetzt. Dabei kam es aber immer wieder zu Katastrophen, die Menschenleben kosteten. Diese gipfelten im Absturz des mit 200.000m³ Wasserstoff gefüllten Zeppelins „Hindenburg“.
Der Einsatz von Wasserstoff ist bis heute immer mit einem Risiko belastet …
Eine Liste von Unglücken mit Luftschiffen gibt es hier!
Wasserstoff ist heute wieder im Gespräch nachdem dieser Stoff lange als zu gefährlich und unkontrollierbar galt. Nun tankt man Wasserstoff wieder in Busse, PKW und einige andere Fahrzeuge. Für Füllungen von Wetterbalonen und unbemannten Luftschiffen ist er immer noch eine preisgünstige Variante.
Wasserstoff ist natürlich, im Chemieunterricht hergestellt, eine spektakuläre Substanz, die mit der Knallgasprobe nachgewiesen werden kann. Die Bildung von explosiven Gemischen aus Sauerstoff der Luft und Wasserstoff wird hier genutzt.
Auf dem Weg zu „grünem Wasserstoff“
Arbeitsblatt zum Wasserstoff
Arbeitsblatt Wasserstoff Herstellung